Genau lesen (69) - Sieben Gleichnisse in Matthäus 13?

Online seit dem 10.01.2009, Bibelstellen: Matthäus 13

Gern wird von sieben Gleichnissen (des Reiches der Himmel) in Matthäus 13 gesprochen; und diese sieben werden dann neben die sieben Feste in 3. Mose 23 und die sieben Sendschreiben in Offenbarung 2 und 3 gestellt.

Streng genommen ist das aber ungenau. Denn in Matthäus 13 werden acht Gleichnisse gezeigt; sechs davon sind Gleichnisse des Reiches der Himmel. Das erste und das letzte Gleichnis sind keine Gleichnisse des Reiches der Himmel. Das achte Gleichnis trägt einen besonderen Charakter und kann daher auch separat betrachtet werden – auf diese Weise kommt man tatsächlich auf die Zahl sieben.

Aber sehen wir uns das Ganze mal im Überblick an. Matthäus 13 umfasst eine große Zeitspanne: Von dem ersten Kommen des Herrn Jesus bis zu seinem zweiten Kommen. Anders gesagt: Der Herr ist der Sämann, der den guten Samen des Wortes gesät hat, und er wird schließlich in der Vollendung der Zeitalter die Engel aussenden, um die Ernte einzubringen (Matthäus 13,3.39). 

  1. Der Sämann (der Herr Jesus und dann auch seine Diener) sät das Wort Gottes. Es werden vier Personengruppen gezeigt, die das Wort hören. Drei bringen keine Frucht, eine Gruppe bringt Frucht. Bei denen, die Frucht bringen, sind drei verschiedene Gruppen zu unterscheiden. Also werden insgesamt sieben verschiedene Personengruppen gezeigt. Matthäus 13,3–23.
  2. Der Feind des Sämanns (der Teufel) sät Unkraut, während die Menschen schlafen. In das Reich der Himmel wird etwas Böses hineingebracht und böse Menschen gehen daraus hervor. Matthäus 13,24–30
  3. In den ersten beiden Gleichnissen ging es um Personen. In den beiden folgenden Gleichnissen geht um das Reich der Himmel als Gesamtes. Äußerlich gesehen wird die Christenheit ein großes Gebilde, was Raum bietet für die Diener Satans. Das Senfkorn wird zu einem Baum und die Vögel des Himmels nisten darin. Matthäus 13,31–32.
  4. Innerlich gesehen wird das Reich der Himmel von böser Lehre durchzogen, so wie Sauerteig alles durchsäuert. Das dritte Gleichnis spricht von der Quantität, das vierte Gleichnis von der Qualität des Reiches der Himmel.

Doch nicht nur der Feind ist am Wirken, sondern auch Gott. In den ersten vier Gleichnissen haben wir gesehen, dass der Feind wirkt: Er nimmt das gute Wort von dem Herzen der Menschen weg; er führt das Schlechte ein, indem er Unkraut sät; er sendet seine Diener in die groß gewordene Christenheit hinein und er sorgt dafür, dass böse Lehre sich ausbreitet. Doch die nächsten drei Gleichnisse zeigen die göttliche Sicht:

  1. Das Reich der Himmel ist wie ein Schatz im Acker. Das zeigt die einzelnen Gläubigen (so wie ein Schatz aus mehreren wertvollen Stücken besteht). Matthäus 13,44.
  2. Das Reich der Himmel gleicht einem Kaufmann, der schöne Perlen sucht und schließlich eine schöne Perle kauft. Das zeigt die Gläubigen, die zusammen die eine Gemeinde (Versammlung) bilden. Matthäus 13,45–46.
  3. Das Reich der Himmel gleicht einem Netz, das viele Fische umfasst. Die guten Fische werden gesammelt. Matthäus 13,47–50.

Nachdem der Herr den Jüngern die Frage gestellt hat, ob sie alles verstanden haben, kommt das letzte Gleichnis. Es ist kein Gleichnis vom Reich der Himmel, sondern es spricht von denen, die die Wahrheit über das Reich der Himmel kennen:

  1. Wer im Reich der Himmel unterrichtet ist, ist wie ein Hausherr, der Neues und Altes aus seinem Schatz hervorbringt. Matthäus 13,51–52.

So haben wir also 4+3+1 Gleichnisse. Also insgesamt 8 Gleichnisse in Matthäus 13.

Gerrid Setzer