Genau lesen (43) - Bußfertig in der Hölle?

Online seit dem 04.03.2007, Bibelstellen: Offenbarung 16,8-11

Zuweilen hegt man die Vorstellung, dass in der Hölle zerknirschte Sünder sitzen werden, die alle ihre Schandtaten einsehen und gern Buße tun wollen – es aber nicht mehr können. Doch diese Vorstellung ist nicht haltbar. Die Hölle ist keine Besserungsanstalt. Wenn jemand hier auf der Erde nicht Buße tun wollte, dann wird er auch in der Ewigkeit, im Feuersee, nicht das Bedürfnis verspüren, sich vor Gott zu demütigen. Das Herz wird immer noch voller Rebellion gegen Gott sein. Zwar wird der Sünder dann einsehen, dass es ein Fehler war, die Hölle zu leugnen (was er jetzt ja meistens tut), aber den Stab über sich zerbrechen wird er nicht. Warum? Weil es die Güte Gottes ist, die zur Buße leitet (Römer 2,4) – und in die Hölle fällt kein Strahl dieser herrlichen Güte. Wenn jemand nur durch die Wirksamkeit des Geistes Gottes dahin gebracht werden kann, seine Schuld zu bekennen, so ist klar, dass im Feuersee keine Bekenntnisse dieser Art ablegt werden können.

In der Drangsalszeit werden Gerichte diese Erde treffen, die ein Vorgeschmack auf die Hölle sind. Heute sagt man oft recht leichtfertig „das war die Hölle“ – doch in jenen Tagen wird diese Aussage wirklich berechtigt sein. Das fünfte Schalengericht bringt Feuer über die Menschen und das sechste eine schreckliche Finsternis (Offenbarung 16,8–11). Feuer und Finsternis erinnern an die Qualen der Hölle (Markus 9,43–48; Matthäus 25,30). Und wie werden die Menschen auf die Gerichtsschläge in der Drangsalszeit reagieren? „Und sie lästerten den Namen Gottes, der die Gewalt über die Plagen hat, und taten nicht Buße“ (Vers 9). „Und sie lästerten den Gott des Himmels wegen ihrer Qualen und wegen ihrer Geschwüre und sie taten nicht Buße von ihrern Werken“ (Vers 11). Wir sehen: Sie lästern und wollen nicht Buße tun. Geradeso wird es in dem See sein, der mit Feuer und Schwefel brennt.

Ja, wenn wir über dieses Thema nachdenken, fällt der Schrecken des Herrn auf uns (vgl. 2. Korinther 5,11). Wir sollten zweifellos eine Konsequenz daraus ziehen: „Errette, die zum Tod geschleppt werden, und die zur Würgung hinwanken, o halte sie zurück!“ (Sprüche 24,11).

Gerrid Setzer